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Schwierige Gefühle: Warum unangenehme Emotionen überraschend hilfreich sind

„Es gibt wenige Dinge, die mehr Schaden anrichten als das dringende Verlangen von uns Menschen, dass es uns immer gutgehen soll.“

„Wow“, dachte ich, als ich diesen Satz vor einigen Jahren in einem Workshop hörte. „Das ist mal ’ne steile These.“ Streben nicht alle Menschen nach Glück? Und ist das nicht vollkommen in Ordnung, ja in unsere Gene eingeprägt?

Je länger ich über diesen Satz nachdachte und je mehr Erfahrungen ich im Coaching sammelte, in Kursen, Workshops und Fortbildungen, umso besser verstand ich, was dieser Therapeut meinte: dass wir uns selbst und anderen schaden, wenn wir unangenehme Gefühle auf jeden Fall meiden wollen. Wenn wir sie verdrängen oder gar abspalten, statt sie anzunehmen, lernen mit ihnen umzugehen und durch den Schmerz, die Angst oder was immer uns bedrängt hindurch zu Glück und Zufriedenheit zu kommen. Und dass uns die schwierigen Gefühle dabei sogar helfen können.

Warum das so ist, wie ein solcher Umgang damit aussehen kann: Darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Begriffsklärung: Schwierig statt negativ – warum Sprache wichtig ist

Ein paar Worte zur Begriffsklärung: Ich spreche bewusst von „schwierigen„, „unangenehmen“ oder „unbequemen“ Gefühlen, nicht aber von „negativen“ oder „schlechten“. Das ist zentral für dieses Thema: Wenn wir Emotionen als „negativ“ oder „schlecht“ etikettieren, impliziert das, dass sie falsch seien und vermieden werden müssen. Das hilft uns aber nicht. Es führt zu Widerstand und Verdrängung. Wenn wir Gefühle dagegen als unangenehm, bedrängend oder unbequem bezeichnen, erkennen wir ihre schmerzhafte Qualität an, ohne ihnen aber ihren Nutzen abzusprechen. Ja, sie sind schwierig zu spüren. Aber als Warnsignal oder Motor für Veränderung sind sie absolut wertvoll und notwendig für unser Wachstum.

Warum wir schwierige Gefühle scheuen

Zunächst: Warum scheuen wir die unangenehmen Gefühle so sehr? Die einfache Antwort: weil sie sich nicht gut anfühlen. Wir erleben so etwas wie einen Klumpen im Magen, eine Enge in der Brust, Rücken- oder Kopfschmerzen, ein Brennen im Gesicht. Wenn wir dies intensiv erleben, können wir uns emotional destabilisiert und überwältigt fühlen, als würde uns der Boden unter den Füßen weggezogen. Natürlich möchten wir so einen Zustand möglichst vermeiden.

Dahinter steckt aber mehr. Ein zentraler Grund, warum wir unbequeme und unangenehme Gefühle so oft abwerten und nicht fühlen wollen, liegt in unserer sozialen Prägung und einer tief verwurzelten Fehlinterpretation.

Historische und kulturelle Prägung: „Haltung bewahren“ als oberste Regel

Historisch und kulturell wurden starke Emotionen, besonders Trauer und Angst, als Zeichen von Schwäche oder Kontrollverlust betrachtet. Sie waren auch nicht schicklich. Mädchen durften früher auf keinen Fall wütend werden, Jungen auf keinen Fall weinen. Gerade in früheren Generationen galt als oberstes Gebot, Haltung zu bewahren. Es war funktional notwendig, Gefühle zugunsten der Widerstandsfähigkeit zu unterdrücken. Starke Emotionen konnten, so die Auffassung, die Existenz der Gemeinschaft gefährden.

Auch wenn wir heute in einer sichereren Umgebung aufwachsen, haben wir diese alte Prägung noch in uns: Wir interpretieren die unangenehmen Gefühle als eine Art Versagen im System Mensch. Anstatt sie als nützliche Signale anzuerkennen, aktiviert die Emotion sofort einen Mechanismus der Abneigung und Vermeidung. Wenn wir sie unterdrücken, ist das der Versuch, schnell wieder zur vermeintlich sicheren und auch gesellschaftlich akzeptierten „Grundstimmung“ zurückzukehren.

Toxische Positivität: Der gesellschaftliche Druck, immer positiv zu sein

Heute kommt noch das Phänomen der „toxischen Positivität“ dazu, ein starker gesellschaftlicher Druck, immer gut drauf, immer optimistisch zu sein. „Denk doch einfach positiv“, ist so ein Satz, den viele von uns nur zu gut kennen. „Du musst dich morgens nur im Spiegel strahlend anlächeln, dann wird das schon.“ Wird es natürlich nicht. Gefühle verschwinden nicht, nur weil wir sie nicht wahrhaben wollen. Stattdessen steigen wir ein in einen Kreislauf, der ironischerweise das Leid oft nur verlängert. Studien zeigen, dass das Unterdrücken von Emotionen dazu führen kann, dass sie stärker und hartnäckiger zurückkommen. Auch das Risiko für Einsamkeit, Depression und körperliche Beschwerden wird dadurch erhöht.

Körperliche Folgen emotionaler Unterdrückung: Von Verspannungen bis Immunsystem

Diese körperliche Dimension ist bedeutend. Gefühle, die wir dauerhaft verdrängen, verschwinden nicht einfach – sie suchen sich andere Ausdruckswege. Ärger, der ständig heruntergeschluckt wird, kann sich in Verspannungen, Kopfschmerzen oder Magenproblemen zeigen. Stresshormone wie Cortisol bleiben länger im Körper aktiv, wenn wir ungelöste Emotionen nicht verarbeiten. Neuere Übersichtsarbeiten diskutieren sogar, dass chronische emotionale Unterdrückung Entzündungsprozesse verstärken und das Immunsystem belasten kann.

Wir können fürs Verdrängen außerdem die unterschiedlichsten Hilfsmittel nutzen: Alkohol etwa, Drogen oder Tabletten. Oder wir kompensieren mit Essen, Shopping, Binge-Watching, Zocken. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, schwierige Gefühle wegzuschieben. Nur: Hilfreich sind sie alle nicht.

Potenzial schwieriger Gefühle: Von Warnsignalen zu Wachstumschancen

Wenn wir uns stattdessen erlauben, unbequeme Gefühle wahrzunehmen, steckt darin ein enormes Potenzial. Sie bringen uns dazu, innezuhalten und uns zu fragen: Was passt gerade nicht? Welche Werte oder Bedürfnisse kommen hier zu kurz? Wer zum Beispiel nach einem Konflikt Trauer oder Scham empfindet, hat die Chance, über die Beziehung nachzudenken und vielleicht eine tiefere Verbindung aufzubauen. Psycholog:innen haben erforscht, dass Menschen, die Gefühle eher akzeptieren, langfristig weniger Stress und eine bessere psychische Gesundheit erleben. Mit anderen Worten: Unangenehme Emotionen können ein Tor zu Klarheit und Wachstum sein — vorausgesetzt, wir lassen sie zu.

Funktionen schwieriger Gefühle: Warum jede Emotion einen Nutzen hat

Okay, schauen wir uns diese schwierigen Gefühle mal näher an. Dass sie sich übel anfühlen, darüber sind wir uns einig. Aber hätten sie keinen Nutzen, gäbe es sie nicht. Wobei also können sie uns helfen?

  • Angst – sie schärft unsere Sinne. Angst zeigt uns, wo Vorsicht nötig ist, und hilft, Gefahren rechtzeitig zu erkennen.
  • Wut – sie gibt uns Kraft. Wut macht deutlich, dass eine Grenze überschritten wurde, und gibt Energie, etwas zu verändern.
  • Trauer – sie erinnert uns daran, was uns wichtig war. Trauer ermöglicht Abschied und öffnet den Raum für Verbundenheit und Mitgefühl.
  • Ohnmacht – so unangenehm sie ist, sie zeigt uns klar, wo wir keine Kontrolle haben. Gerade daraus entsteht oft die Kraft, neue Lösungen zu suchen oder Hilfe anzunehmen.
  • Ekel – er schützt uns. Ekel warnt uns vor Dingen, die uns schaden könnten, und macht klare Abgrenzung möglich.
  • Ärger – er ist ein inneres Alarmsignal. Ärger zeigt, dass uns etwas stört oder unfair erscheint, und motiviert, Klarheit zu schaffen.
  • Scham – sie macht uns empfindsam für unser Gegenüber. Scham zeigt, wenn wir von unseren eigenen Werten oder den Erwartungen anderer abweichen, und hilft uns, Beziehungen zu stabilisieren.
  • Neid – er weist auf unsere unerfüllten Bedürfnisse hin. Neid kann ein Hinweis sein: Da ist etwas, das ich mir auch wünsche — ein Impuls, ins Handeln zu kommen.

Nein, ich will diese Emotionen nicht schönreden. Es gibt natürlich Situationen, in denen sie in einer Intensität auftreten, die unerträglich wird. Darauf komme ich noch zurück. Aber im Normalfall sind sie ein wertvoller und hilfreicher Teil unseres menschlichen Seins.

Schwierige Gefühle zulassen: 3 praktische Schritte zur Verarbeitung

Wie also einen konstruktiven Umgang mit den schwierigen Gefühlen lernen? Es braucht drei einfache Schritte, die sich auf den Weg zu einem kraftvollen Umgang mit unangenehmen Emotionen bringen.

Schritt 1: Benennen wir das Gefühl

Der erste Schritt ist die kognitive Distanz: Wenn wir einem Gefühl einen Namen geben können – „Das ist Wut“ oder „Das ist Angst“ –, schaffen wir einen kleinen, aber entscheidenden Abstand. Psycholog:innen sprechen davon, dass die Benennung eines Gefühls einen Teil seiner emotionalen Kraft aufhebt, den sogenannten „Labeling-Effekt“. Die bloße Identifikation einer Emotion verändert ihre Wirkung bereits. Der Schmerz ist zwar noch da, aber er ist nicht mehr alles.

Schritt 2: Atmen wir durch das Gefühl hindurch

Sobald wir das Gefühl identifiziert haben, richtet sich unser Fokus auf den Körper. Die Frage lautet: Wo genau spürst du das Gefühl? Wo im Körper ist es? Spüre das Gefühl vielleicht in der Brust, im Magen oder im Hals. Versuche nicht, es zu ändern. Einfach nur hinfühlen – was ist da? Und jetzt: Atmen. Langsam, tief, mit dem Fokus auf dem Gefühl im Körper. Wenn wir uns erlauben, für einen kleinen Zeitraum, etwa zwei bis fünf Minuten reichen absolut aus, um das Gefühl an dieser Stelle bewusst durchzuatmen, beginnen wir den eigentlichen Verarbeitungsprozess. Wir müssen nichts ändern oder bewerten, nur atmen und spüren.

Schritt 3: Nutzen wir die Botschaft

Nachdem wir dem Gefühl Raum gegeben und es körperlich verarbeitet haben, hat es seine Botschaft abgeliefert. Jetzt ist der Moment für den Wechsel von der passiven Erfahrung zur aktiven Entscheidung.

Fragen wir uns: Was sagt mir dieses Gefühl, das ich ändern kann?

  • Wenn es Wut war, kann die Botschaft lauten: „Ich setze eine Grenze.“
  • Wenn es Trauer war: „Ich brauche Ruhe und Trost.“
  • Wenn es Angst war: „Ich mache mir einen Plan, um die Unsicherheit zu reduzieren.“

Indem wir eine kleine, logische Handlung aus der Emotion ableiten, nutzen wir die Energie des Gefühls konstruktiv. Wir schließen den Verarbeitungskreislauf. Das führt uns nicht zu einer erzwungenen „Happy go lucky“-Stimmung, sondern zu einem Zustand der authentischen Gelassenheit und Klarheit, der wahren positiven Grundstimmung. Wir haben die Aufgabe erledigt.

Wichtig zu wissen: Es gibt einen großen Unterschied zwischen Fühlen und Handeln: Das Zulassen eines Gefühls bedeutet nicht, dass wir darauf unkontrolliert reagieren müssen. Das Gefühl ist lediglich eine Information – unsere Reaktion darauf ist eine Wahl! Erst recht, wenn wir einen hilfreichen Umgang damit geübt haben.

Transgenerationale Gefühle: das emotionale Erbe der Vorfahren

Ach, hätten uns das doch unsere Eltern beigebracht. Das ist leider viel zu selten geschehen. Und gerade die schwer verdaulichen Gefühle haben die Tendenz, sich in der Familiengeschichte zu verankern – als Gefühlserbschaften. In Zeiten von Krieg, Flucht, großen Verlusten oder tiefer Scham konnten unsere Vorfahren über diese starken Emotionen oft nicht sprechen, noch weniger sie adäquat verarbeiten. Die Psyche kapselte daraufhin diese unverarbeiteten Erlebnisse ab, und genau auf diese Weise wurden sie zu einem Gefühlserbe für die nächsten Generationen. Dabei handelt es sich nicht um eine direkte Erinnerung, sondern um ein Gefühlsmuster. Unbequeme Gefühle, die ihre ursprüngliche Warnfunktion längst erfüllt haben, können über Generationen hinweg wie ein Phantom-Schmerz weiterwirken. Wenn wir sie identifizieren, weisen sie auf eine unverarbeitete Familiengeschichte hin.

Geerbte Gefühle erkennen: 3 Indizien für transgenerationale Emotionen

Wie können wir feststellen, ob ein Gefühl ein eigenes oder ein „geerbtes“ ist? Hier hilft eine Art innerer Detektivarbeit:

Indiz 1: Die Intensitäts-Lücke

Achte auf Gefühle, die unverhältnismäßig intensiv sind. Wenn du bei kleinen Fehlern ein überwältigendes Gefühl von Scham empfindest oder bei eher unbedeutenden finanziellen Problemen massive Existenzangst, könnte das ein Hinweis sein. Das Ausmaß der Emotion passt nicht zum Auslöser.

Indiz 2: Die Fremdheit des Gefühls

Beobachte Emotionen, die sich wie ein Fremdkörper in dir anfühlen. Du kannst die Emotion klar spüren, aber nicht erklären, wann und wo du sie in deinem Leben erlernt hast.

Indiz 3: Die Wiederholung in der Familie

Gibt es Muster, die sich reinszenieren? Zum Beispiel wiederholt finanzielle Abstürze, unerklärliche Ängste oder eine Praxis der Schuldzuweisung? Bei der Erforschung geht es vor allem um emotionale Erlebnisse der Vorfahren, nicht nur um die Fakten.

Nach dieser Spurensuche kommt die eigentliche Befreiung von den übertragenen Gefühlen. Der wichtigste Schritt ist mit dem Aufspüren bereits erledigt. Zu wissen, „das ist nicht meins“, ist bereits eine große Erleichterung. Wir geben dem Gefühl seinen rechtmäßigen Platz in der Vergangenheit.

Praxisbeispiel: Angst als Erbe zurückgeben durch Visualisierung

Was mir persönlich vor einigen Wochen geholfen hat: Anflüge von Angst, die ich vor einer größeren Reise hatte, als ein Erbe meiner Mutter zu erkennen. Sie war ohnehin ein ängstlicher Mensch, aber vor allem hatte sie Angst um mich. „Junge, pass bloß auf!“ war ein Standard von ihr. In einem kleinen Ritual konnte ich ihr diese Angst zurückgeben, in einer Visualisierung, sie lebt ja schon lange nicht mehr. Ich dankte ihr für ihre Fürsorge und machte zugleich deutlich, dass ich heute gut auf mich selbst aufpassen kann. Und was soll ich sagen: es hat geholfen, ich konnte gut gelaunt auf die Reise gehen.

Übrigens: Indem wir die unbequemen Gefühlserbschaften annehmen und ihnen ihre Geschichte zuordnen, befreien wir uns nicht nur selbst, sondern heilen auch einen Teil der Familiengeschichte. Wir verwandeln die Bürde in Kraft und Klarheit.

Traumatische Gefühle: Wenn Emotionen überwältigend werden

Einen wichtigen Aspekt der schwierigen Gefühle möchte ich noch erwähnen: die besondere Rolle der Traumata. Gerade, wenn wir über die Nützlichkeit der Gefühle sprechen, dürfen wir diese Schattenseite des Schutzes nicht vergessen. Ein Trauma entsteht, wenn ein überwältigendes, lebensbedrohliches Ereignis die Fähigkeit des Nervensystems zur Verarbeitung übersteigt. Die dabei empfundenen Gefühle – meist Angst, vielleicht sogar Todesangst, Ohnmacht und Wut – können nicht prozessiert werden. Sie sind keine Botschafter mehr, die uns auf etwas hinweisen, sondern sie werden zu dauerhaften, inneren Zuständen.

Woran erkennen wir, dass ein Gefühl auf ein Trauma hindeutet? Vor allem an der fehlenden zeitlichen Verankerung und der Intensität. Wenn wir Situationen erleben, die eigentlich ungefährlich sind, unser Körper aber mit einer Notfallreaktion reagiert – ein Gefühlsmuster von Todesangst, Erstarrung oder unkontrollierbarer Aggression etwa –, spricht das für ein zugrunde liegendes Trauma. Das Gefühl ist dann eine Reaktion auf die Vergangenheit, die sich gerade jetzt aber wie eine Gefahr für Leib und Leben anfühlt.

Paradox, aber ebenso verbreitet: dass wir auf eine Situation hin gar nichts mehr fühlen, wir wie taub oder in eine Art Nebel versunken.

Umgang mit traumatischen Gefühlen: Regulation vor Analyse

Wie damit umgehen?

Bei traumatischen Gefühlen ist der erste Schritt nicht die Analyse – „Warum fühle ich das?“ –, sondern die Regulation: zuallererst dem Körper signalisieren, dass wir in Sicherheit sind. Indem wir uns auf einfache körperliche Anker konzentrieren: die Füße fest auf dem Boden spüren, die Hände auf die Oberschenkel legen und tief in den Bauch atmen. Auch Klopfen auf den Körper kann helfen. So aktivieren wir das parasympathische Nervensystem, den „Ruhemodus“. Wenn wir die Intensität dadurch nur ein klein wenig reduzieren, schaffen wir den notwendigen Puffer zwischen dem Reiz und der Reaktion. Wir verwandeln die überwältigende Flut in einen Fluss, der wieder ins Flussbett zurückkehrt.

Meine Empfehlung außerdem: Die Botschaft eines solchen Erlebnisses wahr und wichtig nehmen und sie in einer Therapie weiterbearbeiten.

Praktische Programme: MBSR und Search Inside Yourself

Der bessere Umgang mit schwierigen Gefühlen lässt sich üben. Ich selbst habe vor mehr als zehn Jahren ein Achtsamkeitstraining absolviert, das sogar von der Krankenkasse gefördert wurde. Schaut mal nach sogenannten MBSR-Kursen, deren Nutzen vielfach in Studien nachgewiesen wurde.

Sehr gute Erfolge hat auch das Programm „Search Inside Yourself„, das der Mitarbeiter Chade-Meng Tan für das Team bei Google entwickelt hat. Die Idee von Meng war es, Achtsamkeit und emotionale Intelligenz für die eher technisch orientierten Mitarbeitenden zugänglich zu machen. Seinen Ansatz fasste er in diesem schönen Zitat zusammen:

„Der Schlüssel liegt darin, zwei Dinge loszulassen: Festhalten und Abneigung. Festhalten ist, wenn der Geist verzweifelt an etwas Schönem festhält. Abneigung ist, wenn der Geist etwas Unangenehmes verzweifelt fernhält und sich weigert, es zuzulassen. Wenn wir aufhören, gegen das Unangenehme anzukämpfen und das Angenehme zu erzwingen, kehrt der Geist zu seinem natürlichen Zustand zurück — und dieser Zustand ist Glück.“

Schön, oder?

Schwierige Gefühle – überraschend hilfreich I 51

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