Selbsterforschung. Seelische Gesundheit. Wellbeing.

Das Gefühlserbe im Körper – die Symptome erkennen

Können Migräne, Angststörungen, Asthma, Reizdarm, Herz-Kreislauferkrankungen oder Fibromyalgie ein Gefühlserbe sein? Ja, das ist tatsächlich möglich. Trage ich hier vielleicht ein bisschen dick auf? Nein, das tue ich nicht. Wir wissen heute, dass die Ursachen für diese und andere Erkrankungen Jahrzehnte zurückliegen und sogar Teil eines traumatisch belasteten Familienerbes sein können. Woher wir das wissen, wie wir diesen Ursachen auf die Spur kommen und was das für die Behandlung bedeutet – darum soll es jetzt gehen.

In den vergangenen Jahrzehnten haben Forschende immer besser verstanden, wie eng die psychische und die physische Gesundheit miteinander verbunden sind. Wir wissen heute, dass zum Beispiel Dauerstress, den wir zunächst einmal der Psyche zuordnen würden, sich vielfach negativ auf unser körperliches Wohlbefinden auswirkt. Die Überlastung der Psyche kann zu einem Zusammenbruch des Körpers führen, wie jede und jeder Burn-Out-Geschädigte bestätigen kann. Und im Zentrum dieser folgenreichen Symptomatik steht nicht selten ein Trauma.

Das Gefühlserbe im Körper und seine Warnsignale

Schauen wir ein bisschen genauer hin. Wie wir aus alltäglicher Erfahrung wissen, meldet der Körper, wenn etwas um uns herum nicht in Ordnung ist. Wir müssen das noch gar nicht verstanden haben, wir spüren es einfach. Dann werden wir nervös, beginnen zu frieren oder zu schwitzen, merken einen Klumpen im Magen oder einen Kloß im Hals, bekommen kalte oder schweißnasse Hände, die Schultern ziehen sich unwillkürlich hoch, der Rücken verspannt sich. All das sind Warnsignale des Unbewussten, die unser vegetatives Nervensystem in Körperreaktionen wandelt. Der Neurowissenschaftler und Psychiater Stephen Porges hat für dieses Warnsystem den Begriff „Neurozeption“ geprägt. Er beschreibt unsere Fähigkeit, Gefahr und Sicherheit in unserer Umgebung richtig einzuschätzen.

Bessel van der Kolk: „Sie lernen, sich vor sich selbst zu verstecken“

Bei Traumatisierten ist diese Fähigkeit gestört: Sie wittern permanent Angst, werden also fortgesetzt mit Warnsignalen konfrontiert. Das führt dazu, dass sie sich in ihrem Körper chronisch unwohl fühlen, wie der Trauma-Experte Bessel van der Kolk beobachtet hat: „Die Vergangenheit von Traumatisierten begleitet sie in Form nagenden Unbehagens … Und weil sie sich bemühen, diese Vorgänge unter Kontrolle zu behalten, werden sie oft sehr versiert darin, ihre Bauchgefühle zu ignorieren und sich den Vorgängen in ihrem Inneren gegenüber taub zu stellen. Sie lernen, sich vor sich selbst zu verstecken.

Somatisierung, Dissoziation, Konversion: Drei Abwehrmechanismen

Hier ist ein Abwehrmechanismus unserer Psyche aktiv. Wir vermeiden den inneren Konflikt, den uns der Körper meldet, und nutzen die Abwehr, um in einer mentalen Balance zu bleiben. Statt Ärger oder Scham, Angst oder Verzweiflung, Unsicherheit oder eine depressive Verstimmung empfinden zu müssen, wehren wir sie ab. Abwehrmechanismen sind deswegen ein wichtiger Bestandteil unserer psychischen Stabilität – aber bei übermäßigem Gebrauch schaden wir uns eben damit.

Und das können wir im wahren Wortsinn spüren beim Mechanismus der Somatisierung. Der psychische Stress, der uns belastet, den wir aber zu verdrängen suchen, verwandelt sich in körperliche Symptome. In schwere Rücken- oder Kopfschmerzen etwa oder ein Schwindelgefühl. Oder unsere Wahrnehmung setzt aus, wir sind wie umnebelt, können uns gar nicht richtig spüren. Dann sprechen wir von Dissoziation. Bei der Konversion, gibt es diesen symbolischen Zusammenhang zwischen der Belastung, die wir abwehren wollen, und dem körperlichen Symptom: Wenn wir etwa die Augen vor etwas verschließen wollen und deswegen Sehstörungen bekommen. Bei einer ärztlichen Untersuchung aber sind keine körperlichen Ursachen für dieses Symptom zu entdecken.

Je hartnäckiger Menschen versuchen, diese inneren Warnzeichen zu überspielen oder zu ignorieren, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie außer Kontrolle geraten. Menschen, die nicht wahrhaben wollen, was in ihnen vorgeht, reagieren oft auf jede sensorische Veränderung, indem sie diese entweder ausschalten oder indem sie in Panik verfallen – sie entwickeln Angst vor der Angst.

Die ACE-Studie: 17.000 Probanden und 10 Trauma-Kriterien

Es sind zwei Rätsel, die sich uns in einer solchen Situation aufdrängen: Was passiert hier gerade mit mir? Und woher kommt das überhaupt?

Eine bahnbrechende Studie, an der 17.000 Probanden teilnahmen, gibt Aufschluss. Es ist die Studie „Adverse Childhood Experiences“ – belastende Kindheitserfahrungen – des amerikanischen Arztes Vincent Felitti und dreier Kollegen. Sie zeigt, dass negative Erlebnisse in der Kindheit und spätere Gesundheitsrisiken, körperliche Erkrankungen und psychische Störungen in engem Zusammenhang stehen. Die Studie belegt eine Verbindung zwischen einer frühen Traumatisierung einerseits und den sehr unterschiedlichen Erkrankungen im Erwachsenenalter andererseits. Die Forscher benannten zehn Kriterien für belastende Erfahrungen, die ihre Patient:innen bis zum Alter von 18 Jahren erlitten haben konnten:

  • Körperliche Misshandlung
  • Sexualisierte Gewalt
  • Emotionaler Missbrauch
  • Körperliche Vernachlässigung
  • Emotionale Vernachlässigung
  • Häusliche Gewalt gegenüber der Mutter
  • Suchtmittel-Missbrauch im Haushalt
  • Psychische Erkrankungen im Haushalt
  • Trennung oder Scheidung der Eltern
  • Inhaftierung eines Familienmitgliedes

Traf eines der Kriterien zu, vergaben sie jeweils einen ACE-Punkt – und stellten fest, wie mit der Höhe der Werte auch die psychischen, körperlichen und sozialen Belastungen wuchsen. Und zwar dramatisch! Bei Befragten mit einem ACE-Wert von vier oder mehr Punkten erhöhte sich zum Beispiel die Häufigkeit chronischer Depressionen bei Frauen um 66 Prozent, bei Männern um 35 Prozent. Bei Befragten mit einem ACE-Wert von null Punkten kamen Depressionen dagegen nur in 12 Prozent der Fälle vor. Auch die Wahrscheinlichkeit der Einnahme von Antidepressiva und verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln stieg proportional zur Höhe des Punktwerts.

Das Ausmaß und die Verschiedenheit der Symptome, die Felitti und Kollegen feststellten, waren enorm. Sie reichen von Asthma – bei traumatisierten Kindern 50mal häufiger als bei unbelasteten – über chronische Schmerzen im Hals- und Nackenbereich, Fibromyalgie, Migräne, Verdauungsstörungen, Reizdarm und chronische Erschöpfung bis hin zu Suchterkrankungen und selbstschädigendem Verhalten.

Vier unbewusste Reaktionsmuster traumatisierter Kinder

Klinische Beobachtungen zeigen, dass Kinder, die massiv traumatisiert wurden, auch als Erwachsene sehr oft mit einem von vier unbewussten Mustern reagieren:

  • Entweder versuchen sie, weitere Traumatisierungen zu vermeiden, indem sie gehorsam sind, angepasst, ruhig und unsichtbar. Sie wollen keine Belastung sein, keine Schwierigkeiten bereiten. Als Erwachsene verhalten sie sich womöglich passiv und unterwürfig.
  • Oder sie lassen sich gar nicht erreichen, ziehen sich zurück, sind nicht ansprechbar, sagen anderen nicht, was sie denken und fühlen. Sie sind still, in sich verkapselt und stellen immer sich selbst zurück. Eine Symptomatik, die später vielleicht in einer Depression münden kann.
  • Andere wiederum suchen mit ihrer Art, Aufmerksamkeit um jeden Preis zu erlangen. Sie sind laut, fordern unablässig Zuwendung, sind kaum zu beruhigen. Die Neigung zur Dramatisierung bleibt ihnen als Erwachsene erhalten, sie haben gelernt, dass sie sich auf diese Weise durchsetzen können, und nun erwarten sie, dass andere ständig bereit sein müssen zu helfen.
  • Schließlich können wir auch einen ausgeprägten Widerstand gegen alle Erwartungen und Vorgaben beobachten, eine aggressive Selbstbehauptung, die oft mit Trotz verbunden ist. Enorm stressig für die Eltern, aber eine Reaktion auf das erfahrene Trauma. Das kann sich bis zur Überzeugung steigern, dass alles richtig ist, was sie denken und tun, während alles falsch ist, was andere sagen und tun.

Hartmut Radebold: Die Kriegskinder-Generation

Wie genau so etwas aussieht, hat der Gießener Psychologe und Psychotherapeut Hartmut Radebold in seiner Forschung über die in den Kriegsjahren geborenen Menschen beobachtet. Er konnte zeigen, dass diese Menschen Traumafolgestörungen haben, die wir bislang nur bei Kriegsveteranen und Holocaust-Überlebenden beachtet hatten. In dieser Gruppe zeigen sich auch heute noch gehäuft:

  • Körperliche Beschwerden ohne organische Ursache, auch jahrzehntelang;
  • Ängste und depressive Züge, eine Tendenz zu Rückzug und Abkapselung;
  • Misstrauen;
  • immer wieder Bindungsschwierigkeiten und Bindungskonflikte;
  • eine eingeschränkte und unsichere Identität als Mann oder Frau;
  • ein gestörtes Gesundheits- und Krankheitsverhalten. Viele Kriegskinder kümmern sich nicht gut um sich selbst, vor allem die Männer nicht.

Viele ältere Frauen dagegen gehen sehr häufig zum Arzt, weil sie ihre Körperreaktionen und Symptome überhaupt nicht selbst deuten können, unsicher darüber sind, eine Diagnose von Arzt oder Ärztin brauchen und sich die Ruhe nicht zugestehen. Die aber bräuchte es, um in sich hineinzuhorchen und neue Wege der Genesung zu finden. Stattdessen haben sie einen Schrank voller Medikamente.

Wir sprechen hier über unsere Eltern oder Großeltern. Schaut doch mal, welche Übereinstimmungen ihr bei euch in der Familie finden könnt.

PTBS: Körperliche Folgen von traumatischem Stress

Die Symptome, die Radebold aufzählte, gehören zum Posttraumatischen Belastungssyndrom, kurz PTBS. Das ist eine Diagnose, die in den USA anhand der Kriegsfolgen bei Vietnam-Veteranen entwickelt wurde. Aufgrund eines PTBS entsteht ein deutlich höheres Risiko für Erkrankungen, die wir zunächst einmal nicht mit psychischer Not in Verbindung bringen würden: Demenz etwa. Aber chronischer traumatischer Stress hat auch schädliche Auswirkungen auf andere Körperfunktionen: auf Herz und Kreislauf, Blutgefäße im Gehirn und das Verdauungssystem. Selbst das Risiko, an rheumatischer Arthritis oder Krebs zu erkranken, steigt. Bessel van der Kolk kommentiert das lakonisch: „Wenn der Körper ständig unter Stress steht, verlangt das seinen Preis.

Eine kritische Phase ist der Ausstieg aus dem Berufsleben. Der Puffer des Alltags, der mit seinen Herausforderungen für Struktur und Ablenkung gesorgt hat, wird schwächer und durchlässiger. Die verdrängten Erinnerungen bekommen mehr Raum. Das ist sicher auch der Grund, weswegen viele ältere und alte Menschen geradezu rastlos durch ihre Tage hetzen, jedenfalls solange ihre Gesundheit das zulässt.

Rachel Yehuda: Epigenetik und vererbtes PTBS

Und wie wird daraus ein Gefühlserbe? Die Epigenetik lässt uns verstehen, wie auch ein PTBS vererbt werden kann.

Die amerikanische Neurowissenschaftlerin Rachel Yehuda stellte bei Nachkommen von traumatisierten Menschen niedrigere Werte von Cortisol fest – dem Hormon, das dem Körper nach einem Trauma zu Erholung verhilft. Sie fand zudem heraus, dass auch deren Kinder andere Stresshormonprofile aufweisen, und das macht diese womöglich anfälliger für Angststörungen. Selbst ihre Anfälligkeit für PTBS ist höher: Eigentlich unbelastete Kinder von Holocaust-Überlebenden, Kriegsveteranen, Überlebenden und Rettungskräften von 9/11 entwickeln leichter Symptome dieser Traumafolgestörung, nachdem sie selbst ein Trauma erlitten oder Zeugen von Gewalt wurden. Die Vererbung macht uns offenbar verletzlicher.

Und hier kommt noch die Familiendynamik als Risiko hinzu. Natürlich ist auch der Erziehungsstil von Menschen, die an einem PTBS leiden, unmittelbar geprägt von der traumatischen Erfahrung. Es kann sein, dass sie nach möglichst großer Sicherheit für ihre Kinder streben. Die lernen dann, überwachsam und ängstlich zu sein. Was aber auch sehr häufig passiert: dass Traumatisierte, weil sie ein so labiles Nervenkostüm haben, ihre Kinder anschreien, vielleicht sogar schlagen. So führt die Traumatisierung in der einen Generation zur Traumatisierung in der nächsten.

Wilhelm Reich: Der „Muskelpanzer“ und die Behandlungsfrage

Okay, jetzt mal kräftig durchatmen. Und natürlich gibt es Wege hinaus!

Was die Erkrankungen und ihre Symptome angeht, können und müssen sie selbstverständlich ärztlich behandelt werden. Eine interessante Frage ist allerdings: in welcher Disziplin? Nehmen wir die chronische Muskelspannung und reduzierte Beweglichkeit in Nacken, Schultern, Augenring, Kiefer und Lendenwirbelbereich, die viele von uns kennen. Der Psychoanalytiker Wilhelm Reich hat das „Muskelpanzer“ genannt. Sie ist sehr oft der Ausdruck von Angst und früher erlittenem Terror. Wohin sollten wir mit dieser Symptomatik, die ohne Zweifel schmerzhaft ist, gehen: in die Orthopädie, in die Physiotherapie oder doch lieber in die Psychotherapie? Vielleicht auch zu allen dreien?

Wenn unter einer Erkrankung ein in der Kindheit erlittenes Trauma liegt oder eine transgenerationale Übertragung, reicht womöglich eine Behandlung der Symptome in der eigentlich zuständigen Fachrichtung nicht aus. Das könnte der Impuls dafür sein, in die Erforschung der familiären Gefühlserbschaften einzusteigen oder eine körperbasierte Traumatherapie zumindest mal auszuprobieren.

MBSR: Jon Kabat-Zinn und die Kraft der Achtsamkeit

Deswegen möchte ich einen weiteren Zusammenhang zwischen Gefühlserbe und Körper besprechen: dass wir uns ganz generell wieder mit unserem Körper befreunden können. Wenn wir Jahrzehnte den Überlebensmodus hatten, unangenehme Empfindungen zu ignorieren, dann geht es nun darum, überhaupt wieder eine Wahrnehmung dafür zu entwickeln.

Als ich vor mittlerweile elf Jahren nach einem schweren Burn-Out und einer psychosomatischen Reha aus der Klinik kam, stieß ich auf eine Methode, die meine Lebenszufriedenheit und meinen Umgang mit Gesundheit nachhaltig veränderte. Die Methode heißt MBSR, das Akronym für „Mindfulness Based Stress Reduction„, also Stressreduktion auf der Basis von Achtsamkeit. Eine erstaunlich erfolgreiche Methode, deren Wirksamkeit in vielen Studien nachgewiesen ist. Was heute in achtwöchigen Kursen gelehrt wird, hat der amerikanische Arzt Jon Kabat-Zinn in den 1970er Jahren für die Schmerztherapie entwickelt. Aber mittlerweile sind viele weitere positive Effekte erforscht: wir fühlen uns insgesamt zufriedener, erleben weniger Stress, verbessern damit stressbedingte Gesundheitsfaktoren wie chronischen Schmerz, Bluthochdruck oder Funktionen des Immunsystems.

Zudem fördert dieses Achtsamkeitstraining die kognitive Flexibilität und hilft dabei, die eigenen Gedanken und Gefühle besser zu erkennen. Gerade hierfür ist ein zentraler Bestandteil der MBSR-Kurse bedeutsam: der Austausch über die Erfahrungen mit den Übungen in der Gruppe. Und schließlich, sehr bedeutsam für das Thema dieser Folge von „Gefühlserben“: Wir entwickeln ein besseres Gespür für den eigenen Körper. Wir lernen zu verstehen, wie die Gefühle im Körper verankert sind.

Body Scan: Vom Scheitel bis zur Fußsohle

Erreicht werden diese erstaunlich umfangreichen Effekte mithilfe einer Mischung aus Meditation, Yoga und dem sogenannten Body Scan. Dabei nimmt man in entspannter Aufmerksamkeit alle Teile des Körpers von innen her wahr, von der Fußsohle bis zum Scheitel und zurück. All das verändert die Hormonpegel im Blut und reduziert den Stress. Es bewirkt sogar Veränderungen in der Gehirnstruktur: Die Amygdala, unser Angstzentrum, schrumpft, der Hippocampus, bedeutsam für das Gedächtnis, wächst.

António Damásio: Somatische Marker und innere Konflikte

Schritt für Schritt können wir mithilfe der Achtsamkeitsübungen lernen, uns emotional besser zu regulieren und einen anderen Umgang mit belastenden Gefühlen zu entwickeln. Das kann ein echter Gamechanger werden, auch im Alltag. Nicht selten stoßen wir ja, wenn wir neue Haltungen und Verhaltensweisen einüben wollen, auf überraschende Widerstände in uns selbst. Dann steigt auf einmal Übelkeit auf, wenn wir uns abgrenzen und dem Team vermitteln wollen, dass wir diesen neuen Auftrag nicht übernehmen werden.

Das ist eine hilfreiche Wahrnehmung. Diese Körperreaktion, vom Neurowissenschaftler António Damásiosomatischer Marker“ genannt, signalisiert nämlich einen inneren Konflikt. Das Ziel „Entscheidungsfreiheit“, vom Verstand ausgerufen, kollidiert mit einer Bewertung im Unbewussten, das Gefahr meldet. Vielleicht zeigt sich eine tiefliegende Angst vor Liebesentzug und Ablehnung aus der Kindheit. Das ist das Spannende an Körperempfindungen: Bevor der Verstand überhaupt weiß, worum es geht, präsentiert uns der Körper schon die Deutung. Sie einfach zu ignorieren, ist keine gute Idee, denn die Spannung, die dabei entsteht, trägt das Scheitern bereits in sich. Außerdem laufen wir auf Dauer Gefahr, neue Symptome auszubilden.

Nein, jetzt geht es darum, die Ursachen zu erforschen und ins Bewusstsein zu holen, welcher innere Konflikt hier gerade aufbrandet. So kommen wir zu neuen Erkenntnissen und neuen Lösungen. Und es ist der Körper mit seinen vielfältigen Reaktionen, der uns dabei hilft.

Das Gefühlserbe im Körper – die Symptome erkennen

weitere Beiträge